Folge 06

Fahrzeugtypenkatalog

 
Leseprobe:

Einführung Typenkatalog Bundeswehr

Abschlepp-, Berge- und Kranfahrzeuge von 1955 - 2016

Abschlepp-, Berge- und Kranfahrzeuge sind bei jeder Armee, egal ob Ost oder West, aus dem Fuhrpark nicht wegzudenken. Jede Armee verfügt meist über einen großen Fuhrpark, der aus Rad- und Kettenfahrzeugen besteht und oft in die zehntausende Fahrzeuge geht. Um diese Fuhrparks am Laufen zu halten (auf der Straße, wie im Gelände) sind Abschlepp- und Bergefahrzeuge auf Rad und Kette daher unerlässlich. Auch kleine und große Kranfahrzeuge dürfen (speziell bei den Pionieren, der San-Truppe oder bei der Luftwaffe) nicht unerwähnt oder vergessen werden. Der hier vorliegende Fahrzeugtypenkatalog »Folge 6« soll und will sich mit der Ausstattung dieser Fahrzeugspezies- bzw. typen befassen.

Die Erstausstattung der neu aufgestellten Bundeswehr ab 1955 bestand aus Fahrzeugen, die von der US-Army im Rahmen des Mash Programmes übernommen oder später in größeren Stückzahlen angekauft wurden. Zu diesen Fahrzeugen aus US Fertigung gesellten sich in den Folgejahren bzw. Aufbaujahren meist deutsche Fahrzeuge (Bergefahrzeuge und Krane), die von den Firmen Bilstein, Wilhag, Orenstein & Koppel, Liebherr, Kirsten etc. entwickelt und der Bundeswehr angeboten bzw. verkauft wurden. Nach aufwendigen Testreihen wurden kleine und größere Stückzahlen, aber auch Einzelstücke (siehe dazu Typenübersicht), übernommen. Viele Prototypen wurden hierbei nur auf Brauchbarkeit und Truppenverwendung intensiv getestet, wurden aber letztendlich nicht übernommen oder an den Hersteller wieder zurückgegeben. Einzelfahrzeuge wurden angekauft und bei Standortverwaltungen (StOV) aufgebraucht. Einige Hersteller schafften es, große Stückzahlen an den Mann bzw. Bundeswehr zu bringen. Hier soll die Firma Wilhag genannt werden, die allein vom Typ TW931 4,5t ca.1200 Exemplare und dem Typ TW931A 5,5t 100 Exemplare hergestellt hat und an die Bundeswehr ausgeliefert hat. Weiter 403 Kranaufbauten der Firma Wilhag wurden auf Faun Fahrgestelle aufgebaut und ebenfalls an die Bundeswehr geliefert.

Schon früh erkannte man bei der Truppe, speziell bei den Pionieren, aber auch bei der Luftwaffe um die Wichtigkeit des Kraneinsatzes im täglichen Dienstbetrieb. Dies z.B. beim Brückenbau, im Sanitätswesen (Medical-Shelter), bei der Luftwaffe, bei der Bergung verunglückter Flugzeuge, um nur einige zu nennen. Auf dem Sektor der Bergefahrzeuge (speziell Kette) musste in den Anfangsjahren auf veraltete Bergepanzer, die zum Teil schon den 2.Weltkrieg erlebt hatten, zurückgegriffen werden. Dies war der US Bergepanzer M-74, der später durch den überschweren M-88 Bergepanzer (ebenfalls aus US Beständen) abgelöst wurde. Da diese Fahrzeuge nicht überzeugen konnten, begann man bereits in den 60er Jahren mit der Entwicklung und Umsetzung von rein deutschen Fahrzeugen. Dies waren im Ergebnis der Bergepanzer auf Leopard 1 und Leopard 2 Fahrgestellen. An dieser Stelle sollten auch die sogenannten Klein- und Hilfskräne, aufgebaut auf den Pritschen bzw. Rahmen verschiedener Lkw-Typen der Bundeswehr, nicht vergessen werden. Diese dienten / dienen auch heute noch zum schnellen Umsetzen von Gütern (u.a. Munition) aller Art, sowohl in der Kaserne als auch im Gelände. Mittlerweile wurden diese aber immer mehr durch sogenannte Abroll-Systeme ersetzt, um Personal und Zeit zu sparen. Die Liste der vorgenannten Fahrzeuge und Hilfsmittel bei der Bundeswehr könnte noch lange fortgesetzt werden; jedoch ist es besser, wenn Sie sich, werter Leser des Typenkataloges, in diesem Katalog selbst ein Bild von der Vielzahl der eingesetzten Geräte machen würden.

Die Autoren waren wieder bemüht, alles was an Gerät (Serie + Prototypen) je bei der Bundeswehr eingesetzt war bzw. noch eingesetzt wird, in Wort und Bild darzustellen.

Wir hoffen Ihnen, werter Leser des Fahrzeugtypenkataloges, wiederum eine Übersicht geliefert zu haben, die in dieser Darstellungsform keinen Wunsch offen lässt.

Wir wissen, dass dieses Thema in dieser umfassenden Form noch nie dargestellt wurde und hoffen auf einen regen Zuspruch Ihrerseits, dies in Form von Mundpropaganda, aber auch telefonisch oder im Internet kund zu tun. Wir brauchen Ihre Unterstützung.

Vielen Dank

Lieber Leser, nun viel Spaß beim Durchblättern und Betrachten.

Die Autoren

Karl Anweiler und Manfred Pahlkötter